Lenco L75:
Seien wir ehrlich: Was heute so an diversen Plattendrehern im Einstiegsbereich am Markt angeboten wird, mutet bei einem ernsthaften Vergleich mit einem guten Plattenspieler aus den 1970-er Jahren doch eher als ein "Spielzeug" an. Oder was halten Sie von Plattentellern aus gepresstem Sägemehl. Aber lassen wir das. Wir wollen sachlich bleiben!
Ein Lenco L75 ist ein "Pfund" von Plattenspieler. Ein Laufwerk wie dieses würde heute sicher deutlich mehr als 2000 Euronen kosten. Dann noch das sehr stabile Chassis, das Plattenteller und Tonarm zu einer unverrückbaren Einheit "verschweißte" samt einem Tonarm, der zwar schlicht im Design war, jedoch klanglich auch heute noch überzeugen kann! Und das Kegelrad, mit dem man die Geschwindigkeit praktisch stufenlos von 16 bis 78 Umdrehungen variieren konnte, machte in der Bedienung einfach Spaß - und darum geht es doch oder?


Dual 1229:
Wenn es in den frühen 1970-er Jahren einen Plattenspieler gegeben hat, der praktisch alles hatte, was man von einem damligen Spitzengerät erwarten konnte, dann war es der Dual 1229!
Stellen wir uns mal vor, Sie hätten damals ein solches Gerät besessen und Sie hätten aus purer Freude an der Bewegung (Ihres Plattenspielers) den Plattenteller mit einem Schubs in Rotation versetzt, dann hätten sie in Ruhe eine Flasche Bier aus dem Keller holen können und sich anschließend in der Küche auch noch eine Stulle schmieren können. Wären Sie danach wieder ins Wohnzimmer zurückgekehrt, so hätte sich der Plattenteller immer noch gedreht - versprochen!
Hervorgegangen aus dem Modell 1219, wurde beim Modell 1229 die Stroboskoplampe ergänzt und auch das Dasign des Tonarms weiter verfeinert. Dieser Tonarm war seinerzeit wirklich Spitze! Ähnlich wie der EMT 929 für den professionellen Einsatz, war auch der Tonarm des 1229 dynamisch ausbalanciert. Mit der Folge, dass man mit diesem Gerät Lp´s in beliebiger Schräglage abspielen konnte. Seinerzeit wurde dieses Feature auf der Funkausstellung (1974 oder so...) in Berlin auf dem Messestand von Dual eindrucksvoll demonstriert. Ein 1229 hing in einem überdimensionalen Kardanlager, das dem Lager des Tonarms nachempfunden war, über den Köpfen der Messebesucher. In der Aufhängung drehte sich der Plattenspieler während des geamten Messetages ständig um alle drei Raumachsen und spielte dabei (auch über Kopf!) eine LP ab, die der geneigte Besucher über eine Reihe ebenfalls von der Decke herabhängender Kopfhörer abhören konnte! Selten konnte man eine eindrucksvollere Demonstration spezieller Produktfeatures auf einer Audiomesse beobachten. Der oder Die, sich das damals ausgedacht haben, sollten die goldenen Plattennadel oder etwas Ähnliches verliehen bekommen ......




Thorens TD-125:

Die 1970-er Jahre waren die Hochzeit der Analogtechnik und Viele der (heute noch immer) Hifi-Infizierten machten in dieser Zeit ihre ersten Gehversuche in Sachen Audio. Während man seine ersten Lautsprecher häufig auf Basis diverser Bausätze selbst zusammenschraubte, vertraute man am anderen Ende der Wiedergabekette meist auf bewährte Markengeräte der damaligen Zeit. Neben den Geräten von Perpetuum Ebner (PE), ELAC oder Dual waren die Plattendreher der Firma Thorens nicht selten „erste Wahl“! Diese Geräte waren von einer schlichten Eleganz und einer technischen Präzision, die die folgenden Jahrzehnte praktisch spurlos überstanden haben. Daneben wirken viele der häufig von Chrom und Plexiglas nur so strotzenden Boliden aus heutiger Produktion wie von Außentuning hoffnungslos überfrachtete Kleinwagen asiatischer Herkunft. Interessanterweise scheint dieses Thema nicht wirklich neu zu sein. Schon 1954 (!!) schrieb Willi Studer in einer seiner Mitteilungen an den Fachhandel: „……..Es ist wohl einträglicher, ein den großen Publikumsgeschmack ansprechendes Musikgerät mit hochglanzpoliertem Gehäuse und vergoldeten Zierleisten zu verkaufen, als die Anstrengungen auf die Verbesserung der tonlichen Eigenschaften zu konzentrieren….“ (Zitat aus: Die sprechenden Maschinen / Peter Holenstein / Oesch Verlag; S.: 150).
Angesichts dieser Materialschlachten fragt man sich, wie denn die auf den ersten Blick einfachen Konstruktionen aus den alten Zeiten überhaupt dazu in der Lage sein konnten, eine LP mechanisch korrekt und dann auch noch klanglich befriedigend abzuspielen. Aber seien Sie versichert: Sie konnten - und wie sie das konnten und immer noch können!


Der Thorens TD-125 zum Beispiel ist ein solches Gerät. Die Bedienelemente sind klar gegliedert und auf das absolut sinnvolle Maß reduziert. Das Laufwerk ruht auf einer soliden Gussplatte, die mit drei einzeln einstellbaren Schraubenfedern vom Chassis entkoppelt ist. Entgegen der irrigen Meinung so mancher Spezialisten, die ihr Wissen vorwiegend aus dem Nacherzählen von Gehörtem und weniger mit selbst praktisch Erfahrenem speisen, ist die Konstruktion des TD-125 absolut wasserdicht. Auch nach langen Jahren des Betriebs lassen sich die Federn des Subchassis zuverlässig einstellen und im schlimmsten Falle gibt es dafür – und nicht nur für diese Teile - auch heute noch Ersatz! Über das Einstellen dieser Art Subchassis sind bereits viele philosophische Abhandlungen geschrieben worden. Diese sollen hier nur um die profane Aussage ergänzt werden, dass mit etwas Geschick, einer funktionsfähigen linken oder rechten Hand sowie einer Portion gesunden Menschenverstands und/oder einer entsprechenden Menge Selbstbewusstsein jeder diese Einstellarbeiten zuverlässig erledigen kann – OK, die Bodenplatte muss man natürlich vorher entfernen. Für den Perfektionisten noch ein Tipp, der an anderer Stelle im Netz zu finden ist und sinngemäß folgendermaßen lautet: „……..mehr noch als auf das perfekt kolbenförmige Schwingen des Chassis sollte man auf sein eigenes seelisches Gleichgewicht achten!“
Dem ist nichts hinzu zu fügen.


Auch vor dem Einbau eines neuen Tonabnehmers – neben dem Antriebsriemen das einzige wirkliche Verschleißteil eines solchen Analoglaufwerks – sollten Sie sich nicht scheuen. Dabei muss es nicht gleich ein sündhaft teures System für mehrere hundert Euronen sein. Sie werden sich wundern, was bereits in der Preisklasse von 80 – 150 Euro klanglich zu bekommen ist. Für den Anfang ist das mehr als ausreichend. Probieren Sie es aus!






Thorens TD 160:








Es gibt Plattenspieler und es gibt EMT-Plattenspieler!
Wohl selten in der gesamten Entwicklungsgeschichte der analogen Schallplattenabspieltechnik wurden Geräte mit einem solchen ganzheitlichen Ansatz entwickelt wie bei EMT. Laufwerk, Tonarm, Tonabnehmer und Entzerrer-Vorverstärker incl. Übertrager wurden einzel aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis waren (und sind) Plattenspieler aller höchster Qualität.
Details zu der Geschichte von EMT und den zugehörigen Geräten entnehmen Sie bitte dem "EMT-Buch", das wir für Sie in der Bücherliste aufgeführt haben.
EMT 938:


EMT 948:
Bilder folgen!
EMT 950: (Quelle: Fabritius)

EMT 930:(Quelle: Fabritius)