PC und HiFI - geht das?

Vielen unter uns Audiobegeisterten sträuben sich noch immer die Nackenhaare, wenn das Thema PC und Hifi angesprochen wird. Oftmals nimmt die Diskussion einen etwas emotionalen Verlauf und nicht selten werden Argumente zweifelhafter Substanz ausgetauscht. Leider ist diese Auseinandersetzung nicht selten eher theoretischer Natur. Denn wenn man sich unvoreingenommen dem Thema nähert und einfach nur hinhört, so relativieren sich viele Vorbehalte oder sie lösen sich in Wohlgefallen auf.

Allerdings macht es einem die PC-Welt auch nicht wirklich einfach, sich ihr konfliktfrei zu nähern. Leider lauern beliebig viele Stolperdrähte, wenn man sich auf dieses Gebiet wagt. Bei genauerer Betrachtung und etwas Hilfestellung von „Wissenden“ ist es jedoch möglich nach vordefinierten „Kochrezepten“ vorzugehen und so die gängigen Anfängerklippen zu umschiffen.

Zugegeben: Anfangs wird man mit einer Unmenge von „Buzzwords“ überschüttet. Gleichzeitig werfen auch noch so geduldig beantwortete Fragen in ihren Antworten wiederum eine Vielzahl von neuen Fragen auf. Aber mit etwas Geduld und gutem Willen funktioniert es – versprochen!

Eines ist klar: Schon in wenigen Jahren wird uns die heutige Diskussion pro und contra Musik vom PC über unsere Anlage zu hören so anachronistisch vorkommen wie die heftigen Streitereien bei der Einführung der Eisenbahn oder des Automobils.

Auch wir können hier nicht alle Details der Technik und der damit verbundenen Fallstricke in vollem Umfang erklären. Allerdings möchten wir Anregungen geben und ein paar grundlegende Dinge erläutern, die zum Verständnis unserer Meinung nach sinnvoll erscheinen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass im Verlauf der letzten Jahre der Digital/Analog-Wandler wieder an Bedeutung gewonnen hat. Immer mehr Audio-Quellen stehen als Zuspieler zur Verfügung und obwohl alle über entsprechende Analogausgänge verfügen, bemerkt man bei Anschluss dieser Geräte via Digitalverbindung an einem guten DAC nicht selten deutliche Klangunterschiede.

Selbst eingefleischte Radio-Fans werden zugeben müssen, dass viele über SAT-Receiver empfangbare, digitale Radioprogramme (trotz Komprimierung) mindestens so gut (wenn nicht besser) klingen als dasselbe Programm empfangen über die gute alte UKW-Antenne mit einem sehr guten Analogtuner. Von der Vielzahl der in dieser Qualität empfangbaren Sender wollen wir hier gar nicht reden!

Doch dies ist nur ein Teil der großen digitalen Spielwiese! Wie auch die größten Kritiker zugeben müssen, ist die Seite der Medaille, auf der die Musik produziert wird mehrheitlich rein digital und das schon seit Jahren. Redet man mit Profis aus dieser Branche, so ist dort der Rechner als Arbeitswerkzeug anerkannt bzw. die Arbeit ist dort heute ohne Rechner undenkbar.Das gesamte Arsenal von Zuspiel- und Abspielgeräten ist darauf abgestimmt. Und es funktioniert sehr, sehr gut!!

Allerdings hat das 16bit/44kHz-Format der guten alten CD objektiv einige Einschränkungen, die nicht zu leugnen sind (die wir hier allerdings nicht nochmal alle aufzählen möchten). Und sicher haben einige dieser Einschränkungen berechtigte Kritik aus Kreisen überzeugter Analoghörer (wozu auch wir uns zählen) hervorgerufen. Man kann diese Einschränkungen nicht wegdiskutieren. Allerdings kann man durch die gezielte Einbindung des PC´s in den Abspielprozess einige dieser Einschränkungen, die sich normalerweise aus dem Verarbeitungsprozess im CD-Player ergeben, eliminieren oder zumindest minimieren. Gleichzeitig eröffnen neue Datenformate von 24bit/96kHz bis hin zu Abtastraten von 192 kHz ganz neue Möglichkeiten und damit Abhörqualitäten, die jede Diskussion im Keim ersticken.

Wir müssen uns jedoch damit abfinden, dass es – von einigen wenigen Versuchen abgesehen, bei denen man die Blu-ray Disc (heute noch)als physikalischen Datenträger für hochauflösende Musik benutzt – die schöne neue Musikwelt in Zukunft wohl nur im weltweiten Netz zu kaufen geben wird.

Und wieder protestieren Viele. Aber es wird nichts nutzen. Die Musikkonserve der Zukunft wird eine Datei sein und nur virtuell im Netz existieren. Man wird sich daran gewöhnen. Das Wasser kommt ja auch schon eine Weile aus dem Hahn und wir holen es nicht mehr in Krügen vom Brunnen……..

Nach dieser etwas umfänglichen Einleitung möchten wir dann doch noch ein paar Worte zur eigentlichen Kopplung zwischen PC und DAC und die Möglichkeit, über diese „teuflische“ Verbindung Musik zu hören, verlieren.

Es gibt viele Möglichkeiten, den Strom digitalisierter Musik aus dem Rechner zu transportieren. Wir möchten diese hier nicht alle auflisten oder gegeneinander positionieren. Wir machen es uns einfach und betrachten hier einzig die USB-Schnittstelle (Version 2.0). Auch wenn es hier wieder zwei „verfeindete“ Stämme gibt: hier die USB-Krieger und dort die Firewire-Gladiatoren. Es scheint auch bei den Profis und mit großer Gewissheit bei den Geräteherstellern die USB-Schnittstelle das Interface der Wahl sein bzw. zu werden.

Eine USB-Schnittstelle findet man heute in jedem Rechner und seit der Einführung der Version 2.0 sind die möglichen Übertragungsgeschwindigkeiten für digitale Audiosignale (auch für HD-Audiofiles) uneingeschränkt brauchbar!

Auch die Verkabelung ist eindeutig und damit narrensicher. Die Stecker sind an beiden Enden unterschiedlich und passen selbst mit Gewalt nicht in die „falsche“ Buchse.

Wie man allerdings die digitalen Audiodateien ausliest und anschließend im DAC bis zum analogen Audiosignal weiterverarbeitet, kann sehr unterschiedlich implementiert sein. Daher gilt die Regel: USB-Kopplung ist nicht gleich USB-Kopplung – leider!

Es gibt augenblicklich eine Vielzahl von DAC´s mit USB-Schnittstellen. Außerdem wird eine Reihe von USB-Adaptern angeboten, die von USB auf S/PDIF konvertieren. Die Vielzahl der Angebote ist für den interessierten Endkunden nicht selten verwirrend, was nicht unbedingt zu einer Weiterverbreitung dieser Anwendung beiträgt – noch mal leider!

Wir möchten hier ganz grundsätzlich und ohne Anspruch auf Vollständigkeit (!!) über einige Unterschiede bei der Implementierung informieren.

Wie der Name USB (Universal Serial Bus) es schon sagt, handelt es sich um eine serielle Datenübertragung. Grundsätzlich kann der Rechner die Audiodaten wie z.B. auch die Dateien für den Drucker an der USB-Schnittstelle bereitstellen. Der DAC kann sich diese Daten dort abholen und anschließend in analoge Signale zurück wandeln. Diese Anbindung bezeichnet man als sog. adaptive USB Mode. Die Implementierung diese Art der Ankopplung kann im Detail sehr unterschiedlich erfolgen und die erzielten Qualitäten sind dementsprechend ebenfalls sehr unterschiedlich. Grundsätzlich handelt es sich bei allen diesen Anwendungen um eine technisch relativ einfache Lösung, bei der der PC die Kontrolle über die Daten und vor allem den Takt hat. Und dies erzeugt Jitter!

Diesen Jitter – sprich: Unregelmäßigkeiten im Zeittakt des Digitalsignals – möchte man in jedem Fall eliminieren oder wenigstens minimieren. Gerade die wichtigen Phasenbeziehungen in den komplexen Analogsignalen, die letztlich für die korrekte Wiedergabe von Einschwingvorgängen, Klangfarben und der räumlichen Darstellung verantwortlich sind, werden von Jitter negativ beeinflusst. Vielleicht haben Sie schon einmal von dem Begriff der Master-Clock gehört. Diese Technik findet hauptsächlich im Studio bei der Produktion der Musik Verwendung. Hier werden häufig unterschiedlichste Digitalkomponenten zusammengeschaltet. Die Master-Clock dient – vereinfacht ausgedrückt – dazu, allen Geräten einen verbindlichen Takt vorzugeben.

Anders als beim adaptive Mode wird bei asynchroner USB-Kopplung der PC zum reinen Datenlieferanten „degradiert“. Im Englischen spricht man von seiner Funktion als „Slave“. Der „Master“ ist bei asynchroner Kopplung immer der Prozessor im DAC! Dieser ruft vom PC lediglich die einzelnen Datenpakete ab, so wie es das USB-Protokoll vorsieht. Eine Datenleitung, die in weiser Voraussicht bei der Definition der USB-Schnittstelle zusätzlich als Rückkanal implementiert wurde, nutzt der DAC zur Kommunikation mit dem Rechner.

North Star garantiert weiterhin eine maximale Länge des USB-Kalbels von 5 Metern! Dies ermöglicht ggf.die Aufstellung des PC´s im Nebenraum oder die Plazierung eines leisen Laptops auf dem Sofa – ganz wie man es lieber mag.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es zusätzlich bequeme Möglichkeiten zur drahtlosen Fernsteuerung des gesamten Abspielvorgangs via iPod-Touch, iPhone,iPad oder anderer Smartphone gibt.

Die Datenpakete werden nach dem Auslesen im DAC in einen Zwischenspreicher eingelesen und erst danach mit einem genauen Takt an den eigentlichen DAC-Baustein weitergeleitet. Dieser Takt wird von einem hochwertigen Quartz-Oszillator erzeugt. Einzig die Güte dieses Quartzes entscheidet dann über den genauen Zeittakt. So kann man bei entsprechender Qualität des Quartzes ein von Jitter nahezu unbeeinflusstes Analogsignal gewinnen.

Augenblicklich sind nur wenige DAC´s am Markt verfügbar, die eine hochwertige asynchrone Kopplung zwischen PC und DAC ermöglichen. Ein Grund dafür ist die Notwendigkeit spezieller Treiber-Software die für die verschiedenen Betriebssysteme der PC´s oder auch des Mac´s entwickelt werden müssen. Viele Hersteller von Digitalelektronik greifen schon seit Jahren auf vorkonfektionierte Bausteine oder Baugruppen zurück, die Sie in Ihre CD-Player einbauen. Diese haben selten Zugriff auf das Spezialwissen, dass für die Entwicklung der entsprechenden Treiber für die asynchrone USB-Kopplung nötig ist und müssen die notwendige Software von anderen Herstellern lizensieren. Dies hat dazu geführt, dass augenblicklich hauptsächlich hochpreisige Implementierungen dieser Technik am Markt verfügbar sind. North Star Design bietet mit dem USBdac32 und besonders mit dem neuen ESSENSIO erstmals den Einstieg in diese Technik zu vertretbaren Preisen an.

Sicher, die Einschränkungen des 16bit/44kHz Signals der CD kann auch diese Art der Dekodierung nicht aufheben. Allerdings kann man das CD-Signal auf diese Art und Weise sicher in höchst möglicher Qualität ausgeben, wie es sonst nur mit integrierten CD-Playern der obersten Qualitätsstufen erreichbar ist – allerdings zu einem Bruchteil von deren Preisen!

Wenn jedoch als Ausgangmaterial Audio-Dateien mit 24bit/96kHz oder 24 bit/176,4kHz Auflösung zur Verfügung stehen, so kommt die klangliche Güte eines auf dieser Basis gewonnene hochwertigen Analogsignals der Qualität des ursprünglichen digitalen Studio-Masters schon sehr nahe. (Speziell die von Reference Recordings angebotenen HRx Discs beinhalten eine 1:1 Kopie des Studio-Masters.) Auch eine Diskussion darüber, was nun besser klänge, die analoge Wiedergabe einer LP oder die digitale Konserve, haben sich spätestens an dieser Stelle erledigt. Wer es nicht glauben will, der sollte sich einmal mit dem gewissenhaften Digitalisieren seiner analogen Schätzchen mittels einem guten Analog/Digital-Wandler in einer Auflösung von 24bit/96kHz beschäftigen. Man wird sich wundern, was dabei herauskommt.

Gleichzeitig wächst das Angebot an Download-Portalen für HD-Audiofiles. Neben einigen Portalen in den U.S.A., England und Norwegen möchten wir hier ausdrücklich auf das wachsende Angebot von Highresaudio in Berlin hinweisen. Das Portal ist seit Ende 2010 online und ist ständig bemüht, den Katalog zu erweitern.

Der Schreiber dieser Zeilen freut sich schon heute auf den Tag, an dem der Blue Note Katalog in HD-Qualität zum Download bereit steht – und das wird (hoffentlich) nicht mehr allzu lange dauern.

Es bleibt spannend!!!

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